Wer einen vorhandenen Einbauschrank mit tiefen, ungenutzten Fächern in einen praktischen Ordnungsraum verwandeln möchte, kann dies mit herausziehbaren Wäschekörben auch ohne großen handwerklichen Aufwand bewerkstelligen. Zunächst gilt es, die lichte Breite, Tiefe und Höhe des Schrankinnenraums exakt zu messen, wobei Sie unbedingt die Scharniere und eventuelle Sockelleisten berücksichtigen sollten, denn diese schränken die nutzbare Fläche oft ein. Entscheiden Sie sich dann für ein Auszugssystem mit Vollauszug und stabilen Seitenführungen, das Sie an den Schrankboden oder an die Seitenwände montieren können; achten Sie darauf, dass die Schienen exakt parallel und waagerecht ausgerichtet sind, bevor Sie sie verschrauben. Für die Körbe selbst eignen sich Modelle mit Drahtgitter oder Textileinsatz, wobei Sie darauf achten sollten, dass die Tragkraft für schwere Handtücher oder Bettwäsche ausreicht und die Körbe beim Herausziehen nicht kippen. Wenn Sie diese Nachrüstung vornehmen, ist es ratsam, die Schubladenführung zuerst ohne Körbe zu testen und erst dann die Körbe einzusetzen, um ein leichtgängiges Gleiten zu gewährleisten – so wird die wohnung nachrüsten zu einem sauberen Projekt ohne böse Überraschungen.
Bevor Sie mit dem Einbau beginnen, sollten Sie das Schrankinnere gründlich ausmessen und prüfen, ob die Rückwand eben ist und genügend Platz für die Auszugstiefe vorhanden ist, denn die Körbe benötigen beim Herausziehen zusätzlichen Raum vor dem Schrank. Markieren Sie die Bohrlöcher für die Führungsschienen am besten mit einer Wasserwaage, und verwenden Sie bei Spanplatten vorgebohrte Dübellöcher, um ein Ausreißen des Materials zu vermeiden; bei einer Massivholzseitenwand genügen meist kürzere Schrauben. Montieren Sie die Schienen nun in der gewünschten Höhe, wobei Sie bedenken sollten, dass Sie für mehrere Körbe übereinander mindestens zehn Zentimeter Abstand zwischen den Oberkanten einplanen, damit Wäschestücke nicht einklemmen. Setzen Sie anschließend die mitgelieferten Halterungen in die Schienen ein und rasten Sie die Körbe ein, wobei Sie die Position noch einmal korrigieren können, bevor Sie die Endanschläge festziehen. Diese Art der wohnung nachrüsten erfordert kein Spezialwerkzeug, aber ein Akkuschrauber mit Bit und ein Maßband sind unerlässlich, und falls der Schrank einen Sockel hat, können Sie die unteren Führungsschienen auf kleine Holzklötze setzen, um den Abstand zum Boden zu erhöhen. Prüfen Sie zum Schluss, ob sich die Körbe vollständig ausziehen lassen und die Wäsche ordentlich verstaut werden kann, ohne dass sie an der Decke des Faches scheuert.

Ein häufiger Fehler ist es, die Körbe zu dicht an der Schrankkante zu montieren, wodurch die Fronttür beim Öffnen den Korb blockiert; planen Sie daher vorne einen Abstand von mindestens zwei Zentimetern zwischen Korbvorderkante und Türinnenfläche ein. Zudem sollten Sie die Belastung realistisch einschätzen: Schwere Wäsche wie Jeans oder Bademäntel sollte in unteren Körben liegen, während leichte Textilien wie T-Shirts in obere Fächer gehören, um die Führungen zu schonen. Nach der Montage empfiehlt es sich, die Schienen mit etwas Silikonspray zu behandeln, damit die Körbe auch nach Jahren noch leise und mühelos gleiten, und kontrollieren Sie nach einigen Tagen, ob sich alle Schrauben durch die Belastung gesetzt haben – ziehen Sie sie gegebenenfalls nach. Wenn Sie diese Hinweise beherzigen, wird Ihre wohnung nachrüsten mit wenigen Handgriffen zu einem dauerhaften Komfortgewinn, und Sie vermeiden das lästige Knieen oder Tasten in dunklen Schrankecken. Denken Sie daran, dass Sie bei sehr unebenen Böden oder alten Schränken die Auszugsysteme auch nachrüsten können, indem Sie eine stabile Sperrholzplatte als Montageboden in das Fach einlegen, was die Konstruktion zusätzlich versteift und die Last gleichmäßig verteilt.